Die Enduro Deutsche Meisterschaft 2016 in Schöneck ist Geschichte und das Land hat zwei neue Meister im Enduro! Wir waren vor Ort und haben euch selbstverständlich hautnahe Eindrücke von diesem packenden Rennen mitgebracht.

Am vergangenen Wochenende kam es im vogtländischen Schöneck zum großen Showdown in der deutschen Enduro-Szene – die Enduro Deutsche Meisterschaft 2016 stand auf dem Programm! Im Rahmen des dritten Laufs der Specialized Sram Enduro Series wurde außerdem noch um den Serientitel und den des Luxemburgischen Meisters gekämpft.

Wir waren live vor Ort und berichten vom Gipfeltreffen der Deutschen Enduro-Szene. Anschließend an den nachfolgenden Rennbericht zur Enduro DM 2016 findest du eine actionreiche Bildergalerie sowie alle Ergebnisse vom Rennen in Schöneck – viel Spaß!

Knackige Stages und wechselhafte Bedingungen

Die sieben DM-Stages und der Prolog verteilten sich auf vier Spots in Schöneck: Die erste Stage des Rennens war im Stadtpark von Schöneck verortet – ein 50 Sekunden kurzer Trail mit flachen und flowigem Charakter. In der Bikewelt Schöneck führten die Stages 2, 4, 7 und der Prolog über einen Mix aus Bikepark, Wiese und frisch abgesteckten Trailabschnitten gen Ziel. Die dritte Stage des Tages – ein wahrer Klassiker was Enduro-Racing in Schöneck anbelangt – lag etwas weiter außerhalb in der Klingenthal Arena. Dort ging es direkt neben der Skisprungschanze den Hang hinunter. Steil und in Spitzkehren führte die Stage die Fahrer zur spektakulären Zieleinfahrt inmitten der Skisprung-Arena. Stage 5 und 6 lagen dicht beieinander und waren in der Nähe des Schönecker Steinbruchs angelegt. Beide zeichneten sich durch einen zwar kurzen jedoch sehr tretintensiven Charakter aus. Hier war es bereits bei den etwas trockeneren Bodenverhältnissen am Trainingstag schon recht flutschig auf den vielen Steinen und offen gelegten Wurzeln. Durch einige Schauer in der Nacht und am Morgen kurz vor Rennbeginn, sank der Grip-Level dann erneut, wohingegen die Anforderungen an die Racer weiter stiegen. Doch dies sollte später kein Problem darstellen für Deutschlands schnellste Enduristen.

Die Elite im Mittelpunkt

„Es gibt nur einen Deutschen Meister und nur eine Deutsche Meisterin.“ – So sagen es viele und so stimmt es gewissermaßen auch. Somit ist es auch verständlich, dass man bei der SSES in Schöneck ein besonderes Augenmerk auf die Elite Klasse der Männer und Frauen gelegt hat, was die Gestaltung der Strecken und des allgemeinen Ablaufplans angeht. So wurde zum einen der sonst geltende Ablaufplan der SSES Rennen dahingehend geändert, dass die Elite Klassen zwar wie immer als erstes ins Rennen gingen, jedoch ihre letzte Wertungsprüfung mit Zieleinfahrt in der Event Area als letzte Fahrer des Rennens absolvieren und für ein Maximum an Spannung in umgekehrter Reihenfolge – ähnlich wie im Finale des Downhill World Cups – starten sollten. Soweit so gut. Zur Enttäuschung vieler Nicht-Lizenz-Fahrer, die den Großteil des Fahrerfeldes ausmachen, hieß es allerdings auch, dass aus zeittechnischen Gründen die besonders fordernden Stages 3 und 7 einzig den Elite Klassen vorbehalten waren. Ebenso wie der Prolog, der bereits am Samstag für erste spannende Race Action sorgte. Eine Zieleinfahrt bleib den Finishern aus den Amateur-Klassen somit leider auch verwehrt. Sobald aber im Ziel angekommen, war das hautnahe Miterleben des großen Finales der Elite Klassen jedoch ein versöhnliches Trostpflaster für die Enduro verrückten Racer.

Zuschauerfreundliches Enduro Racing auf Top Niveau

Die im Vorfeld angekündigte Zuschauerfreundlichkeit des Rennens in Schöneck wurde erstklassig umgesetzt. Da ein Großteil der Wertungsprüfungen in der Bikewelt Schöneck ausgetragen wurde und somit in unmittelbarer Nähe zur Event Area, wo Moderatoren-Legende Uwe Buchholz die Zuschauer unterhielt und mit Infos rund ums Renngeschehen versorgte, war es den vielen Zuschauern möglich permanent, sowohl direkt an der Strecke als auch im Zielbereich, das Rennen zu verfolgen und mit den Racern mitzufiebern. Doch auch an den entlegeneren Stages 3,5 und 6 wurde kräftig angefeuert, da diese auch mit dem Auto und zu Fuß zu erreichen waren.

Herzschlagfinale in Schöneck – Enduro DM 2016 Ergebnisse

Nach den ersten sechs absolvierten Stages sah alles nach einem Thriller im finalen Lauf der Elite Men Klasse aus. Der amtierende Deutsche Meister Fabian Scholz (Focus Trail Team) hatte sich trotz eines Sturzes auf den dritten Platz in der Gesamtwertung und eine knappe Sekunde vor den zwetischnellsten deutschen, Christian Textor (Team BULLS) gekämpft. Im finalen Run Stage 7 hinab konnte letzterer es jedoch schaffen das dünne Polster von Scholz‘ aufzuholen und sicherte sich mit etwa einer halben Sekunde Vorsprung den Titel des Deutschen Meisters im Enduro 2016. Außerdem wurde Textor in der SSES-Wertung Dritter hinter Michal Prokop (GHOST Factory Racing RIOT) und dem norwegischen Newcomer Zakarias Johansen (Specialized Nordic), der mit seinem Sieg die Serienwertung weiterhin anführt.

In der Klasse der Elite Damen war es hingegen etwas deutlicher. Hier konnte das junge Ausnahmetalent Raphaela Richter (Radon Magura Factory) den Sieg mit 25 Sekunden Vorsprung vor Sandra Rübesam (Rose Factory Racing) und Veronika Brüchle (Stevens MTB Racing Team) holen. Richter holt somit ihren ersten Titel bei einer Deutschen Meisterschaft aber sicher nicht ihren letzten.

Die Wertung der Pro Masters konnte Andre Kleindienst (Bergamont Hayes Factory Team) deutlich mit 15 Sekunden vor Christian Junker (ROSE Factory Racing Team) und Benjamin Herold (Giant Germany off-road Team) gewinnen.

In den Amateur-Wertungen konnten Björn Stukenkemper (Bayeride) bei den Herren, Tanja Naber (Haibike Enduro Crew) bei den Damen und Lars Pfeifer (VBC Waldsuht) bei den Junioren gewinnen.

Die kompletten Ergebnisse und alle Stagezeiten findest du unter enduroseries.net.

Enduro DM 2016 in Schöneck – Bildergalerie

Kleiner Tipp für die mobilen Leser: Ein bisschen weiter runterscrollen, dann geht es los!

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In der Bikewelt Schöneck angekommen lag sowohl was das bevorstehende Rennen als auch das Wetter anging Spannung in der Luft.
In der Bikewelt Schöneck angekommen lag sowohl was das bevorstehende Rennen als auch das Wetter anging Spannung in der Luft.
Typisch für die deutsche Szene mischten sich im Fahrerlager Pro- und Hobby-Camps, was zu einer familiären Atmosphäre beitrug.
Typisch für die deutsche Szene mischten sich im Fahrerlager Pro- und Hobby-Camps, was zu einer familiären Atmosphäre beitrug.
Focus und Ghost warten in diesem Jahr beide mit starker, deutscher Fahrerbesetzung auf.
Focus und Ghost warten in diesem Jahr beide mit starker, deutscher Fahrerbesetzung auf.
Die Bikewelt Schöneck war Hauptaustragungsort der Enduro DM 2016.
Die Bikewelt Schöneck war Hauptaustragungsort der Enduro DM 2016.
Ob dieses Schild sich wohl auf den Bikepark oder den dahinter liegenden Hochseilgarten bezieht? An diesem Wochenende hätte es durchaus für beides seine Berechtigung gehabt!
Ob dieses Schild sich wohl auf den Bikepark oder den dahinter liegenden Hochseilgarten bezieht? An diesem Wochenende hätte es durchaus für beides seine Berechtigung gehabt!
Die Event Area vor dem Prolog - wenig später sollten sich hier etliche Zuschauer und noch mehr Rennfahrer tummeln.
Die Event Area vor dem Prolog - wenig später sollten sich hier etliche Zuschauer und noch mehr Rennfahrer tummeln.
Nach dem Training am Samstag stand der Trackwalk auf der Prologstrecke an. Die Strecke hatte es mit vielen Wurzelfedlern, Jumps und einem Wallride in sich.
Nach dem Training am Samstag stand der Trackwalk auf der Prologstrecke an. Die Strecke hatte es mit vielen Wurzelfedlern, Jumps und einem Wallride in sich.
Welche Line soll es sein? - Trackwalk heißt Entscheidungen treffen
Welche Line soll es sein? - Trackwalk heißt Entscheidungen treffen.
Enduro DM 2016 - für die Einen ( Sram Race Support) harte Arbeit und für die Anderen (Eltern-Kind-Gespann) Urlaub.
Enduro DM 2016 - für die Einen ( Sram Race Support) harte Arbeit und für die Anderen (Eltern-Kind-Gespann) Urlaub.
Die ersten Fans und Fahrer fanden sich zum Prolog, dem ersten Kräftemessen der Elite im Zielbereich ein.
Die ersten Fans und Fahrer fanden sich zum Prolog, dem ersten Kräftemessen der Elite im Zielbereich ein.
Der Zielsprung in Schöneck konnte Katapult ähnliche Kräfte entwickeln, was zum einen zu großem Erstaunen bei den Zuschauern und zum anderen leider auch zu so manchem Sturz führte.
Der Zielsprung in Schöneck konnte Katapult ähnliche Kräfte entwickeln, was zum einen zu großem Erstaunen bei den Zuschauern und zum anderen leider auch zu so manchem Sturz führte.
Michal Prokop schießt sich über den Zielsprung in der Bikewelt Schöneck.
Michal Prokop schießt sich über den Zielsprung in der Bikewelt Schöneck.
Markus Klausmann stylisch wie eh und je.
Markus Klausmann stylisch wie eh und je.
Marc Oppermann segelt auf einen 27. Rang im Prolog.
Marc Oppermann vom Team Bulls segelt auf einen 27. Rang im Prolog.
Eyes on the prize - Michal Prokop im Rennmodus während des Prologs der SSES #3 in Schöneck.
Größen des Sports wie Michal Prokop waren fester Bestandteil der SSES in den vergangen Jahren.
Christian Textor sah bereits im Prolog sehr entschlossen aus.
Christian Textor sah bereits im Prolog sehr entschlossen aus.
Nicht ganz unerwartet übernahm Downhill-Racer Matt Walker vom Cube Global Squad zwischenzeitlich den Hot Seat. Der Neuseeländer gab am Wochenende sein Enduro-Debut auf deutschem Boden und machte dabei eine sehr gute Figur.
Nicht ganz unerwartet übernahm Downhill-Racer Matt Walker vom Cube Global Squad zwischenzeitlich den Hot Seat. Der Neuseeländer gab am Wochenende sein Enduro-Debut auf deutschem Boden und machte dabei eine sehr gute Figur.
Textor, der für das Team Bulls Downhill und siet diesem Jahr auch vermehrt Enduro Rennen fährt, belegte im Prolog den 7. Rang mit 2,5 Sekunden Rückstand auf den Gewinner Johansen.
Textor, der für das Team Bulls Downhill- und seit diesem Jahr auch vermehrt Endurorennen fährt, belegte im Prolog den 7. Rang mit 2,5 Sekunden Rückstand auf den Gewinner Johansen.
Der zwischenzeitliche Hot Seat während des Prologs in Schöneck. Zakarias Johansen, Lokalmatador André Wagenknecht und der noch amtierender Meister Fabian Scholz.
Der zwischenzeitliche Hot Seat während des Prologs in Schöneck. Zakarias Johansen, Lokalmatador André Wagenknecht und der noch amtierende Meister Fabian Scholz.
Der Zielsprung in Schöneck katapultierte so einige Fahrer hoch hinaus, doch keiner sprang ihn - sowohl im Prolog als auch später im Rennen - so hoch und weit wie Young-Gun Tobias Reiser vom Focus Trail Team.
Der Zielsprung in Schöneck katapultierte so einige Fahrer hoch hinaus, doch keiner sprang ihn - sowohl im Prolog als auch später im Rennen - so hoch und weit wie Young-Gun Tobias Reiser vom Focus Trail Team!
#lightbro - am Abend zeigte sich das Wetter noch versöhnlich, doch am frühen morgen sollte es wieder starke Schauer geben.
Camp-Life Impressionen ...
Camp-Life Impressionen.
Kickstart in den Morgen ...
Kickstart in den Morgen ...
... und die anschließende Bike-Pflege.
... und die anschließende Bike-Pflege.
Im Morgentau ging es für Christian Textor und den Rest der Elite auf die Rennstrecke.
Im Morgentau ging es dann für Christian Textor und den Rest der Elite auf die Rennstrecke.
Michal Prokop drückt sich durch einen der Anlieger im oberen Teil von Stage 2.
Michal Prokop drückt sich durch einen der Anlieger im oberen Teil von Stage 2.
Nicht mehr als Berufsrennfahrer aber immer noch schnell unterwegs ist Kollege Ludwig Döhl vom Bike Magazin.
Nicht mehr als Berufsrennfahrer aber immer noch schnell unterwegs ist Kollege Ludwig Döhl vom Bike Magazin.
Simon Heinzemann vom FRiT-Racing Team im unteren Teil von Stage 2.
Simon Heinzemann vom FRiT-Racing Team im unteren Teil von Stage 2.
Trailtechs Patrick Kaufmann auf einem der wenigen trockenen Trailabschnitte.
Trailtechs Patrick Kaufmann auf einem der wenigen trockenen Trailabschnitte.
Kette rechts - Max Schummann vom Carver Enduro Team gibt ordentlich Hackengas.
Kette rechts - Max Schummann vom Carver Enduro Team gibt ordentlich Hackengas.
Trotz vieler Stürze auf den rutschigen Böden ...
Trotz vieler Stürze auf den rutschigen Böden ...
... war die Stimmung am Renntag bei den meisten Fahrern ungetrübt.
... war die Stimmung am Renntag bei den meisten Fahrern ungetrübt.
Der Lift durfte zwischen den Stages 4 und 5 genutzt werden. Max Schumann und André Wagenknecht nutzten diese Möglichkeit um die Strecke zu diskutieren.
Der Lift durfte zwischen den Stages 4 und 5 genutzt werden. Max Schumann und André Wagenknecht nutzten diese Möglichkeit um die Strecke zu diskutieren.
Im späteren Rennverlauf kam es am Start von Stage 4 zu einem großen Stau, da einige Fahrer offenbar eine "Schleife", die es zum Ausgleich der bei den Amateuren entfallenden Stage 3 zu abslovieren galt, nicht gefahren sind.
Im späteren Rennverlauf kam es am Start von Stage 4 zu einem großen Stau, da einige Fahrer offenbar eine "Schleife", die es zum Ausgleich der bei den Amateuren entfallenden Stage 3 zu absolvieren galt, nicht gefahren sind. Diese war allerdings auch nicht sonderlich gut ausgeschildert.
Prime MTB Redakteur Laurenz Utech (links im Bild) beteiligt sich an der Diskussion, die zum Thema "Schleife" entbrannt war. Im Enduro sollte Fairness eigentlich noch groß geschrieben werden. Dieses Wochenende war dies vereinzelt nicht mehr der Fall ...
Prime MTB Redakteur Laurenz Utech (links im Bild) beteiligt sich an der Diskussion, die zum Thema "Schleife" entbrannt war. Im Enduro sollte Fairness eigentlich noch groß geschrieben werden. Dieses Wochenende war dies vereinzelt nicht mehr der Fall ...
Gerade nochmal gut gegangen: Max Schumann bei der erfolgreichen Beendigung einens Two-Wheel-Drifts.
Gerade nochmal gut gegangen: Max Schumann bei der erfolgreichen Beendigung einens Two-Wheel-Drifts.
Fabian Scholz hingegen hatte in dieser Kurve das nachsehen und stürzte. Ist das der Geschichtsausdruck, als ihm klar wurde, dass dies ihm vielleicht einen erneuten Titelgewinn gekostet haben könnte?
Fabian Scholz hingegen hatte in dieser Kurve das Nachsehen und stürzte. Ist das der Geschichtsausdruck, als ihm klar wurde, dass dieser Sturz ihm vielleicht den erneuten Titelgewinn gekostet haben könnte?
That's racing: Austehen und weitermachen. Der Focus Konstrukteur war im übrigen auf seinem neuen Produkt, dem aggressiven Trailbike "Jam" unterwegs.
That's racing: Aufstehen, weitermachen. Der Focus Konstrukteur war im übrigen auf seinem neuen Produkt, dem Trailbike "Jam" unterwegs.
Der Neuseeländer Matt Walker gab bei seinem deutschen Enduro-Debüt eine gute Figur ab.
Der Neuseeländer Matt Walker gab bei seinem deutschen Enduro-Debüt eine gute Figur ab.
Die Enduro DM 2016 in Schöneck hatte kurze aber dafür knackige Stages zu bieten, die bei den meisten Fahrern auf Anklang stießen.
Die Enduro DM 2016 in Schöneck hatte kurze aber dafür knackige Stages zu bieten, die bei den meisten Fahrern auf Anklang stießen.
Das Fahrerfeld der Open Men Klasse war mit 164 Startern das mit Abstand größte bei der DM.
Das Fahrerfeld der Open Men Klasse war mit 164 Startern das mit Abstand größte bei der DM.
Christian Textor auf dem Weg zum Deutschen Meistertitel im Enduro 2016.
Christian Textor auf dem Weg zum Deutschen Meistertitel im Enduro 2016 in Schöneck.
Cheers - wir sagen Dankeschön Schöneck für ein gelungenes Event!
Cheers - wir sagen Dankeschön Schöneck für ein gelungenes Event!

Rückblickend lässt sich mit Fug und Recht sagen, dass es ein gelungenes Event und eine spannende Deutsche Meisterschaft im Vogtland war. Wir sind jetzt schon gespannt, wer im nächsten Jahr die Nase vorn haben wird und den Titel des Deutschen Meisters im Enduro einfahren wird!

Text & Bilder: Laurenz Utech