Welchen Einfluss haben bei euch die einzelnen Teamfahrer und gibt es da Unterschiede in der Zusammenarbeit bei Enduro- oder Downhill-Fahrern?

Jürgen: Wie schon gesagt tragen unsere Teamfahrer schon immer einen großen Teil dazu bei, die Bikes zu verbessern und natürlich unterscheiden wir hier nach Enduro und Downhill, denn die Ansprüche jeweils sind ja doch sehr groß.

Lasst ihr auch Prototypen in Deutschland oder anderen Ländern in Europa fertigen oder kommt alles aus Asien?

Jürgen: Die ersten Prototypen und Endwicklungschassis schweiße ich selber, das lasse ich mir auch nicht nehmen und macht mir auch immer noch nach so vielen Jahren unglaublich viel Spaß. Und ich bin natürlich auch saustolz, wenn ich dann so ein neues Baby in den Händen halte und wenn es dann auch noch so gut fährt wie wir uns das gewünscht hatten, ist es ein super Gefühl, da wieder was ganz Eigenes gefahren zu sein. Aus diesem Grund geben wir das auch wieder in einer kleinen Signature-Serie an unsere Kunden zurück. Hier werden wir exklusiv maximal 20 Stück von dem Sennes 2.0, als von mir geschweißte Rahmen, auch gerne auf Maß, produzieren.

Arbeitet ihr mit 3D-Druckern und wenn ja, was macht ihr damit?

Jürgen: Ja ab und zu sehen wir uns vorab damit einige Bauteile an.

"Bei der Sennes 2.0 wollte ich unbedingt die geniale Kinematik von Stefan Stark beibehalten, war aber der Meinung, dass der Rest (vor allem der Lageraufbau und die Steifigkeit) ein Update nötig hatten." - Sebastian Tegtmeier
„Bei der Sennes 2.0 wollte ich unbedingt die geniale Kinematik von Stefan Stark beibehalten, war aber der Meinung, dass der Rest (vor allem der Lageraufbau und die Steifigkeit) ein Update nötig hatten.“ – Sebastian Tegtmeier

Was sind die größten Probleme, die bei der Entwicklung eines neuen Rahmens auftauchen können?

Jürgen: Bauraumprobleme treten sehr häufig auf und gerade, wenn neue Standards zu berücksichtigen sind und uns dazu die Erfahrung fehlt, weil wir diese neuen Dinge noch nicht verbaut hatten, ist es oftmals ein längerer Prozess bis alles passt und auch dann, nach den ersten Tests, treten oftmals nicht geahnte Probleme auf, so dass dann Bauteile umgezeichnet werden müssen oder manchmal auch der Herstellungsprozess überdacht werden muss, damit es zu einem guten Ergebnis kommt.

Wie weit im Voraus plant ihr schon eure neuen Modelle? Woran arbeitest du im Moment?

Jürgen: Aktuell arbeiten wir an Modellen, die erst 2018 erscheinen werden, aber mehr kann und will ich dazu natürlich nicht sagen.

Giacomo Großahagenbrock an Bord des Alutech Sennes 2.0.
Giacomo Großehagenbrock an Bord des Alutech Sennes 2.0.

Was glaubst du, wird es in Zukunft für neue Produkte im Mountainbikebereich geben oder haben wir jetzt alles schon gesehen?

Jürgen: Ja leider habe ich nicht die sagenumwobene Glaskugel bei mir im Büro stehen, um zu sehen, was uns die Zukunft bringt. Ich denke aber, wir werden in wenigen Jahren mit sehr viel spaßigen E-MTBs unterwegs sein. Das habe ich auch schon vor vielen Jahren so gesagt, nur ist es jetzt so offensichtlich, dass wir davor nicht mehr die Augen verschließen können… und ich wünsche mir von der Industrie nicht jedes Jahr irgendwelche neuen Standards. Wir als Hersteller sagen: „Es reicht jetzt!“, und unsere Kunden haben darauf noch weniger Lust!

 

Text: Oliver Fuhrmann  Bilder: Sebastian Sternemann