Dass Schweizer in manchen Belangen etwas anders ticken, als der Rest der Welt beweisen die Jungs von Bold Cycles aus Biel mit ihrem neuen 29er Enduro Unplugged ausdrücklich. Designsprache, Komponentenwahl, Geometrie-Optionen und Verarbeitungsqualität in dieser Kombination ist fast schon Alleinstellungsmerkmal von Bold. Ob uns das Unplugged auf dem Trail überzeugen kann, galt es im Bikepark Serfaus-Fiss-Ladis herauszufinden.

Bold Unplugged Volume 1 im Test – Engel und Teufel in einem

Erster Eindruck

Das Design des Vollcarbon-Rahmens ist nahezu identisch mit den bisherigen Kreationen von Bold Cycles. Die einzigartige Integration des Dämpfers im Sitzrohr war bisher nur mit schlanken Dämpfern umsetzbar, im Unplugged findet jetzt aber ein voluminöser und gleichzeitig potenter Rock Shox Super Deluxe mit 165 mm Federweg Platz. In Kombination mit der Lyrik RCT3 mit 170 mm sollte das Fahrwerk über genügend Nehmerqualitäten verfügen.

Überall am Rahmen verteilt befinden sich Lufteinlässe, die für die Kühlung des integrierten Dämpfers zuständig sind. Zudem sind alle Kabel sauber intern verlegt.

Interessant wird es bei den verschiedenen Geometrie-Optionen. Der Lenkwinkel kann von 65.9° bis 63.3° verstellt werden. Die Tretlagerhöhe ist um bis zu 2 cm, der Sitzwinkel bis hin zu steilen 78.3° und die Kettenstreben auf 433 oder 444 mm verstellbar. Das ermöglicht einen Radstand von 1.274 mm bis auf auf 1.302 mm. Mit 1,90 m Körpergröße fühlt man sich auf dem Rahmen in L mit großzügigen 514 mm Reach rundum wohl. Die restliche Ausstattung des Testbikes wie Sram GX Eagle, Guide RS Bremsen und DT Swiss M1900 Laufrädern ist grundsolide, dem Einsatzbereich entsprechend und überzeugend. Das Rad lässt sich bei Bold aber auch individualisieren. Das Unplugged verträgt sich übrigens auch mit 650B-Laufrädern.

Die Optik des integrierten Dämpfers ist mit Sicherheit Gewöhnungssache, aber cleaner kann ein Bike nicht sein, würden wir sagen. Die Kettenführung ist ebenfalls clever in den Rahmen integriert.