Moderne Optik, integrierter Akku und unscheinbarer Liftersatz. Wie sich das Focus Jam² Plus Pro auf dem Trail verhält, haben wir getestet.

Focus Jam² Plus Pro Testbericht

E-Bikes sollen sich am besten wie ein nicht-unterstütztes Bike anfühlen, dabei leicht und agil sein, aber dennoch genug Power für möglichst viele Trailkilometer mitbringen. Wenn dann noch kaum zu erkennen ist, dass es sich dabei um ein E-Bike handelt, erfüllt es so gut wie alle Kriterien. Momentan gleicht es eher der Quadratur des Kreises, all diese Faktoren unter einen Hut zu bringen. Focus hat es dennoch versucht.

Dir schlichte und schlanke Optik lässt erst auf den zweiten Blick erkennen, dass es sich um ein E-MTB handelt

Erster Eindruck

E-Bike oder nicht E-Bike? Die Grenzen verschwimmen langsam aber sicher. Das wird spätestens klar als wir das Focus Jam² aus dem Karton ziehen. Zuerst lugt das Oberrohr heraus. „Sieht ja noch ganz normal aus“, denken wir, nur der plötzlich markant blau-leuchtende Startknopf weist auf die Elektrifizierung hin. Immer mehr vom Unterrohr kommt zum Vorschein. „Wo ist der Akku?“, fragen wir uns. „Doch, doch, es ist ein E Bike“, vergewissern wir uns mit prüfendem Blick auf den Tretlagerbereich, wo sich der Shimano Steps Motor perfekt in den Rahmen einfügt. Ebenso elegant hat Focus den Akku mit 378 Wh in das Unterrohr integriert, wo außer dem etwas größeren Durchmesser nichts auf das kleine Kraftwerk hindeutet.

Der integrierte Akku reicht natürlich nicht wirklich für längere Touren, so dass Focus beim Jam² die Möglichkeit bietet, einen zweiten Akku im Bereich des Flaschenhalters am Oberrohr zu montieren. So ergibt sich eine Gesamtzahl von beachtlichen 756 Wh. Der Zusatzakku ist allerdings nicht im Lieferumfang enthalten, muss also für 499 € hinzugekauft werden. Zusammen mit den dicken 27,5 Plus Reifen und den 40 mm breiten Dt Swiss XM 1501 Felgen ergibt sich ein perfekt aufeinander abgestimmtes Gesamtbild. Und so erkennen die meisten das Jam² erst als E-Bike durch unsere aberwitzige Geschwindigkeit bergauf.

Die XT Di2 Schaltung wird durch den Akku des Motor gespeist und überzeugte von vorne bis hinten

Aber auch sonst weiß das Focus durch seine Ausstattung zu überzeugen. Shimanos elektrische DI2 XT-Schaltgruppe ist natürlich prädestiniert für solch ein Rad und zeugt ebenso von einer durchdachten Ausstattung wie die giftigen XT Bremsen mit großer 200er Scheibe vorne. Damit kommt auch das, mit 21,3 Kilo (ohne Zusatzakku) für seine Bauart recht leichte Jam² jederzeit zuverlässig zum Stehen. Die Rock Shox Reverb mit 150 mm Hub räumt den Sattel aus dem Weg, wenn es grob wird, während das Rock Shox Fahrwerk, bestehend aus Yari Forke und Deluxe Dämpfer, den Trail ebnen.