Hoshi Yoshida gehört zu den bekanntesten Fotografen der Bike-Branche. Wie der gebürtige Japaner Familie, die zehnköpfige Designagentur Whyex und das ständige Reisen unter einen Hut bekommt, erzählt er unter anderem hier im spannenden Fotografen-Interview.    

Wer liebt sie nicht, die stimmungsvollen und eindrucksvollen Bilder, die Lust auf’s Mountainbiken machen, uns vom nächsten Trip träumen oder hautnah die großen Events miterleben lassen. Sogar viele Kampagnen von Firmen der Bikeindustrie schaffen genau das. Aber was braucht es dazu und wer steckt dahinter? Wir sprechen mit Hoshi Yoshida, der nicht nur bekannter Bike-Fotograf ist, sondern auch seine Designagentur mit Kunden aus der Bike-Branche führt.

Hoshi Yoshida – Der Kopf hinter der Produktionsfirma Whyex

Hallo Hoshi, stell dich doch bitte kurz vor
Ich heiße Hoshi Kiyokage Yoshida, bin in Japan geboren und in Deutschland aufgewachsen. Ich habe Industriedesigner studiertert, lebe in Kirchzarten bei Freiburg und führe die Designagentur Whyex mit elf Mitarbeitern.

Hoshi ist Diplom-Industriedesigner und gründete 2000 die mittlerweile elfköpfige Designagentur Whyex. © Whyex

In welchem Alter bist du nach Deutschland gekommen? Könntest du dir vorstellen, wieder zurück nach Japan zu gehen?
Meine Eltern, die beide in Paris studiert haben, entschieden sich nach Deutschland auszuwandern als ich ein Jahr alt war. Ich reise zwar öfters nach Japan, aber man ist ja dort zu Hause, wo die Familie ist.

Wie bist du zum Mountainbiken gekommen?
In den 90ern war es unter Jugendlichen angesagt, ein Fahrrad mit dicken Geländereifen zu fahren. Mit einem Ferienjob im Bikeshop habe ich mir dann mein erstes MTB geleistet und bin seit dem besessen. Von der Technik, die in Bikes steckt, vom MTB Fahren und vom ganzen Lebensgefühl drum herum.

Wann hattest du zum ersten Mal Kontakt mit der Fotografie? Hast du das professionell gelernt?
Als ich während des Studiums bei Nicolai gearbeitet habe, rutschte ich in die Katalogproduktion rein, weil gerade Not am Mann war. 1999 hielt ich die erste Digitalkamera mit einem Megapixel in der Hand. Ich wünschte, ich hätte Fotografie mal richtig gelernt, denn ich habe viele Jahre lang viel Schrott produziert.

Die unzähligen Akkreditierungen zeugen von Millionen geschossener Fotos und gereister Meilen während Hoshis Zeit auf Downhill Weltcups. © Whyex

Du warst in Südafrika bei einem Job beim Cape Epic. Reist du schon immer gerne? Kannst du das auch ein wenig als Urlaub genießen, wenn es mit Arbeit verbunden ist?
Früher war es abenteuerlich mit den Rennteams zu den Weltcups zu reisen. Ich war permanent auf Roadtrips und die konnten nicht lang genug sein. Aber jetzt habe ich eine Familie mit drei Kids und trage noch die Verantwortung für eine Firma mit rund zehn Mitarbeitern. Da versucht man die Reisen so kurz wie möglich zu gestalten. Aber dennoch bin ich fast 150 Tage im Jahr unterwegs. Bei einer Dienstreise kommt selten Urlaubsfeeling auf, dafür sind die Termine zu eng getaktet.

Ein Laie stellt sich den Job als Bikefotografen wohl recht lässig vor: Viel Zeit auf dem Bike, in der Welt rumreisen und ab und zu mal auf dem Baum sitzen oder im Gras liegen, um ein cooles Foto zu schießen. Wie sieht die Realität aus?
Das ist alles richtig soweit. Nur muss man den Job auch bei Sturm, Regen und Nachts bei eisiger Kälte machen können. Und das coole Foto muss dann so viel einbringen, dass du davon die Kamera, die Reise, das Essen und dein Leben finanzieren kannst. Dann kann man den Job schon als „lässig“ bezeichnen.

Wie es zur Gründung seiner eigenen Agentur kam, erfährst du auf den folgenden Seiten.