Kannst du uns etwas über das Verpackungsmaterial und das Schmieröl, das du verwendest, erzählen. Welcher Gedanke spielt da eine große Rolle?
Bei der Verpackung ist es ganz einfach: Sobald ich auch nur einen Euro für Verpackungsplastik ausgebe, läuft etwas schief. Es gibt so viele Sachen und Dinge, die man gebrauchen kann und trotzdem super schützen: Küchenschwämme oder Klopapier zum Beispiel. Das Dämpfungsöl ist einem Kontakt zu dem Bioölhersteller Danico Biotech aus der Zeit von Trickstuff zu verdanken. Es ist ein technisches, biologisch hergestelltes Öl, welches von der Funktion den Mineralölen in nichts nachsteht. Der zentrale Gedanke ist: Als Firma kann man vieles steuern und regeln, wie man will. Wenn ich also etwas mache, will ich das Richtige tun, und nicht das, was „üblich“ ist.

Mit viel Liebe und Handarbeit fertigt Cornelius nicht nur seine Produkte, sondern verpackt sie auch so (Credit Hoshi Yoshida)

Deine beiden Produkte Smarty und Stiffmaster sind ebenfalls sehr eindrucksvoll, wie bist du auf die Ideen gekommen?
Der Gedanke beim Smarty ist schon ein paar Jahre alt. Ich wollte eine Steuersatzklemmung, bei der ich meine Federgabelschäfte nicht mit Ahead-Krallen verkratzen muss. Nach langer Überlegung, das besonders leicht zu machen, ist dann das Trickstuff „Deckele“ entstanden. Von diesem aus hat Tobias „der Exzentriker“ Wasser aus Freiburg eine Weiterentwicklung gemacht, und von dieser Weiterentwicklung habe ich wiederum eine gemacht, welche nun Smarty heißt. So kann ich meine eigene, gelaserte Topcap zu Federgabel und Vorbau anbieten. Zur Idee für den Stiffmaster hat mich Paul Aston von Pinkbike angestoßen. Er hat mich auf das Problem der Cockpit-Steifigkeit zwischen Doppel- und Einfachbrückengabeln hingewiesen. Eine Tatsache, über die ich noch nie nachgedacht hatte. Drei Wochen später hatte ich den ersten Prototyp des Stiffmasters in der Hand und war beim Fahren sofort davon begeistert.

Das stetig wachsende Sortiment von Intend Bicycles (Credit Hoshi Yoshida)

Worauf wirst du deinen Fokus in Zukunft legen?
Den Fokus möchte ich auf einzigartige und technisch sinnvolle Produkte legen, welche mit einer transparenten Produktion einhergehen und im Direktvertrieb verkauft werden. Dadurch ist es möglich, die teure Fertigung in den kleinen Stückzahlen noch halbwegs erreichbar an den Kunden zu bringen.

Was wird die Zukunft bringen?
Das ist das Schöne an meinem Job – es gibt immer etwas Neues. Bald kommen zum Beispiel Prototypen meiner Kurbel „Rocksteady“. Außerdem möchte ich mein Vorbau-Angebot ausweiten und natürlich noch das ein oder andere Kleinteil neu erfinden – aber alles zu seiner Zeit, sodass ich eine hohe Konstruktions- und Fertigungsqualität auch gewährleisten kann.

Cornelius Kapfinger (Credit Hoshi Yoshida)

Cornelius Kapfinger

Cornelius ist 1986 geboren und in der Nähe des Bikeparks Bischofsmais/Geißkopf aufgewachsen.
Schon während seiner Schulzeit hat der passionierte Mountainbiker erste Biketeile in der Garage seiner Eltern für sich selbst entworfen. Nach einer kurzen Station in der Bike-Industrie, hat sich der heute 31-Jährige mit Intend Bicycle Components erfolgreich selbstständig gemacht.

Alle Produkte von Cornelius findet man auf der Webseite von Intend Bicycle Components.

aus Prime Mountainbiking Magazine #12

Fotos: Hoshi Yoshida