Der Michelin Wild Enduro konnte mit Sam Hill bereits etliche Siege verzeichnen. Ob es nur am Fahrer liegt oder der Reifen wirklich etwas drauf hat, haben wir getestet. 

Michelin ist zurück! Nachdem es im Gravity-Bereich etwas stiller um den Reifengiganten wurde, trumpfte der französische Hersteller Anfang 2018 mit einem dreiteiligen Reifensortiment für den Enduro-Renneinsatz auf: Dem Michelin Wild Enduro mit zwei verschiedenen Gummimischungen für die Front und einer fürs Heck. Diese sollen laut Michelin 80% der Streckenbedingungen abdecken. Ob dem wirklich so ist, haben wir getestet.

Michelin Wild Enduro im Test

Sogar der 2017er EWS-Champion Sam Hill ist mit den Gummis von Michelin unterwegs und teilt seine Erfahrungen mit den Franzosen. Wir waren also gespannt was der Reifen so kann. Die drei Modelle nennen sich Front MAGI-X2, Front GUM-X und Rear GUM-X. Beim Vorderreifen entschieden wir uns für die Hochleistungsmischung Magi-X2 für maximalen Grip.

Michelin Wild Enduro
Der Michelin Wild Enduro ist vorne in einer weichen (MAGI-X2) und einer härteren (GUM-X) Gummimischung und hinten in einer Mischung (GUM-X) erhältlich.

Die Tubeless-Montage verläuft auch ohne Kompressor vollkommen problemlos und einfach. Hinsichtlich des Rundlaufs wird man mittlerweile bei einigen Herstellern schwer enttäuscht, aber nicht bei Michelin. Beide Reifen liefen absolut rund. Das Profil des Vorder- als auch Hinterreifens sieht äußerst vielversprechend und eigenständig aus. Während die Gummimischung und das Profil des Vorderreifens langstollig und etwas weicher ausfällt, ist der Hinterreifen wie ein Semislick-Reifen mit – wie üblich – aggressiven Seitenstollen aufgebaut. Trotzdem verfügt er über relativ bremsstarke Mittelstollen, die zudem den Rollwiderstand minimieren. Ein guter Mix aus groben Seitenstollen und Semislick-ähnlichen Mittelstollen mit hoher Bremskraft.