Sankt Vigil und der Kronplatz im Norden der Dolomiten bringen alles mit, was ein Mountainbiker sich wünscht: Ein Bikepark, Shuttles, jede Menge Touren, Bergpanorama, gutes Essen, wenig Touri-Trubel – und das Wichtigste: Trails, bis die Bikerhände den Lenker nicht mehr halten können.

Sankt Vigil am Kronplatz

Wir schreiben das Jahr 2010, als der Giro d’Italia mit einem Bergzeitfahren in Sankt Vigil gastierte. Die Rennfahrer, mit glatt rasierten Beinen und damals noch ohne Helm (-pflicht), schraubten sich auf 23 mm schmalen Reifen zuerst auf der Passstraße, später auf einer Gravelroad nach oben bis auf den 2.273 Meter hohen Gipfel des über dem Ort thronenden Kronplatzes. Mit Übersetzungen weit jenseits der Eagle-Range bezwangen sie die teilweise bis zu 24% steilen 1.268 Höhenmeter in unfassbaren 40:26 Minuten.

Mountainbiker haben es da heute schon deutlich komfortabler, wenn auch der Gipfelzug etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt. Das soll uns aber nicht weiter stören, denn für uns Biker zählen ja mehr die Minuten bergab. Mit dem Shuttlebus oder aus eigener Muskelkraft auf dem Radweg geht es 500 Höhenmeter vom beschaulichen Örtchen Sankt Vigil nach oben auf den Furkelpass. Liftkarte zücken, und schon bringt die Ruis Gondel Biker plus Bike ganz nach oben auf den Gipfel.

Biken mit Blick auf den Alpenhauptkamm und Bruneck

Wenn man nach einem ausgedehnten Frühstücksbrunch und gemütlichen Auffahrt pünktlich um 12 Uhr auf dem Plan de Corones, wie der Kronplatz in der ladinischen Landessprache heißt, ankommt, wird man mit einem wortwörtlichen Glockenschlag begrüßt. Die Concordia 2000 ist dem Heiligen Sankt Bernhard gewidmet, dem Schutzpatron der Bergsportler. Wie passend! Denn eben von dieser Glocke hat man die Qual der Wahl, auf welchem Trail, in welcher Himmelsrichtung und in welchem Schwierigkeitslevel man sich auf Stollenreifen gen Tal stürzt.