Das RAAW Madonna verdrehte Ende letzten Jahres so einigen den Kopf. Wir hatten das Privileg den 29er Rennboliden auf die Probe zu stellen. 

Bis Ende letzten Jahres noch völlig unbekannt und seit seiner Vorstellung Ende 2017 in aller Munde: Das RAAW Madonna. Ein 29er Super-Enduro mit innovativen Ideen, einem schlichten Design und einer von Grund auf durchdachten Konstruktion. Wie es sich auf dem Trail verhält, haben wir in Erfahrung gebracht.

RAAW Madonna Testbericht

Erster Eindruck

Die erste Kreation von Firmengründer Ruben Torenbeek sorgte in der Mountainbike Community seit seiner Entstehung für eine Menge Gesprächsstoff. Und das nicht ohne Grund! Am RAAW Madonna kommen einige noch nie zuvor gesehene Detaillösungen zum Einsatz, die besonders auf die Themen Haltbarkeit und Funktionalität abzielen. In diesem Testbericht werden wir größtenteils auf die Gegebenheiten und Eigenschaften des Rahmens eingehen, da es bislang nur ein Rahmenkit zu kaufen gibt.

Die Aussparung im Unterrohr bietet ausreichend Platz für einen Schlauch und eine C02-Kartusche, die mittels eines mitgelieferten Straps an Ort und Stelle gehalten werden

Beim RAAW Madonna handelt es sich um ein 160 mm 29er Enduro, das auf den ersten Blick durch seine hochwertige Verarbeitung und das schlichte und dennoch edle Design überzeugt. Zwischen Front und Heck des Rahmens sorgt ein viergelenkiges Hinterbausystem für ein gewünscht gleichmäßig abnehmendes Übersetzungsverhältnis und eine resultierende Progressionszunahme von 20 %. Dies soll eine effiziente Nutzung des Federwegs und ausreichend Gegenhalt (Anti-Squat) zur Folge haben. Ruben ist nicht „nur“ ein erfahrener Bike-Ingenieur, er versucht auch selbst so viel Zeit wie möglich auf dem Bike zu verbringen. Aus diesem Grund und aufgrund der Tatsache, dass er mehrere Jahre in der Bikeindustrie gearbeitet hat, weiß er worauf es bei einem modernen Enduro ankommt. Bei der Geometrie setzt Ruben auf einen 65° flachen Lenkwinkel, einen sehr steilen Sitzwinkel von 78,2° und einen langen Reach von 500 mm (Größe XL). Damit soll das Madonna für die härtesten Trails der Welt gewappnet sein.

Werkzeugintegration leicht gemacht: Die im Lieferumfang enthaltene Tooltasche wird im Oberrohr versteckt und mit einem Druckknopf gesichert

Neben einem hervorragenden Fahrwerk standen beim Madonna die genannten Eigenschaften Haltbarkeit und Funktionalität an oberster Stelle. Mithilfe von zwölf groß dimensionierten und vor allem an allen Drehpunkten zusätzlich gedichteten Industrielagern soll der Eintritt von Wasser nahezu ausgeschlossen werden. Ständige Lagerwechsel gehören somit der Geschichte an. Des Weiteren kommen auch an den Dämpferaugen Industrielager anstatt schwer laufender Buchsen zum Einsatz.
Um auch die Integration von Werkzeug und Ersatzteilen zu gewährleisten, hat Ruben einige clevere Detaillösungen ins Leben gerufen. Angefangen bei einem kleinen Fach an der Unterseite des Oberrohrs, das Platz für ein Tool und einen Kartuschen-Aufsatz bereithält, bis hin zu einer Aussparung im Unterrohr, die für einen Ersatzschlauch und eine CO2 Kartusche vorgesehen ist.

Die Kettenstrebe wird durch von Hand zugeschnittenem dämpfendem Gummi versehen

Doch auch das ist nicht Alles! Selbst für Fahrer, die ihren Spaß im Matsch haben wollen, sind beim Madonna bestens berücksichtigt. Der gesamte Rahmen wird ausschließlich mit geschlossenen Oberflächen gefertigt, sodass keine „Taschen“ entstehen, die unnötig Matsch am Bike herumschleppen. Ein äußerst durchdachtes Bike, das sich folglich nur noch auf dem Trail beweisen musste.