Martin Maes ist derzeit der wahrscheinlich schnellste Gravity-Allrounder unseres Planeten. Wir haben uns mit dem Belgier über Downhill, Verletzungen und seine Pläne für die Zukunft unterhalten.  

Der sympathische EWS Racer Martin Maes gehört mit gerade einmal 21 Jahren zu den besten Mountainbikern unserer Zeit und macht seinen Konkurrenten Sam Hill, Richie Rude und co. gerne mal das ein oder andere Rennwochenenden richtig schwer. Wir haben uns im Juni mit dem sympathischen Belgier unterhalten und ihn zu seiner Verletzung, seiner Herangehensweise an Rennen und seinem Stand zu Downhill befragt.

Martin Maes im Interview

Hi Martin,
du bist Anfang Juni den Downhill World Cup in Fort William mitgefahren und hast dich extrem gut geschlagen. Glückwunsch dazu erstmal! Hast du mit einem Top 10 Ergebnis gerechnet?

  • Danke! Ich habe es absolut nicht erwartet. Mein Ziel war es mich zu qualifizieren, denn seien wir mal ehrlich, man weiß nie so genau wo man in Sachen Speed im Vergleich zu den anderen steht. Besonders da ich beim Training in der Gruppe B war und dadurch nicht einmal mit meinen Teamkollegen trainieren konnte.

Wie war es für dich wieder ein Downhill Event mit zu erleben?

  • Ich bin ein totaler Fan von Downhill Rennen. Bevor ich zu Enduro gewechselt habe, bin ich nur Downhill gefahren. Es gibt nichts Vergleichbares! Die Tatsache, dass man so sehr an seine eigenen Grenzen gehen muss und das Maximum aus seinem Material herausholt ist ziemlich spannend für mich.
Martin Maes voll am Limit bei der EWS in Olargues. | Foto: Sven Martin

Fährst du solche Events einfach nur zum Spaß oder zum Training oder bereitest du dich vielleicht auf einen Wechsel zurück zu Downhill vor? [Zwinkerer]

  • [Lacht] Wer weiß, vielleicht eines Tages… Um ehrlich zu sein, da wo ich herkomme [aus Belgien] gibt es keinerlei Möglichkeiten ein Downhill Bike auszufahren. Das ist wahrscheinlich der Hauptgrund weshalb ich zur Zeit Enduro Rennen fahre. Es ist bereits das sechste Jahr in Folge, dass ich die gesamte Enduro World Series fahre und ich bin erst 21. Sobald ich einen Weltmeistertitel in der Tasche habe, wechsle ich wieder zurück… Vielleicht! [zwinkert)
Martin ist der Einzige der Sam Hill in dieser Saison das Wasser reichen konnte und zudem im Downhill World Cup erfolgreich war. | Foto: Enduro World Series

Wie oft bist du auf dem Downhill Bike gesessen bevor du das Rennen in Fort William gefahren bist?

  • Nur einen einzigen Tag in La Bresse. Das war total wichtig, da es ja auch ein komplett neues Bike [neuer GT Downhill Prototyp] für mich war. Auch wenn es nur ein Fahrtag war, haben wir enorme Fortschritte auf dem Bike gemacht und ich habe mich ziemlich zuversichtlich darauf gefühlt. Ich wusste also, dass ich mehr oder weniger bereit für Fort William war.

Seinen Sieg beim World Cup in La Bresse im Anschluss an dieses Interview findest du hier.