Sie ist nicht nur in der Enduro Szene ein bekannter Name. Trotz WM-Medaille und deutsche Meistertitel will sie eigentlich nur Spaß auf dem Bike und trägt tagsüber Arztkittel. Franzi Meyer im Interview.

Man könnte sie als Tausendsassarin im deutschen Gravity-Mountainbiking bezeichnen, aber das wird der sympathischen Franziska Meyer nicht gerecht. Auf nationalen wie internationalen Podesten ist sie fast schon Stammgast und als Jungärztin flickt sie Unfallopfer wieder zusammen. Aber eigentlich sieht der perfekte Tag für Franzi ganz anders aus.

Franzi Meyer im Interview
Nach der EWS in Madeira gibt’s nochein kleines Bierchen mit dem Team (Credit Marius Massewerd)

Hi Franzi, stell dich kurz vor.
Noch bin ich Studentin auf der Schwelle zwischen Bike-Gypsie auf Tour und Ärztin in der Klinik. Eigentlich bin ich am liebsten mit Camper und meinen Bikes in den Alpen unterwegs, aber auch die Action im Krankenhaus und in der Notaufnahme begeistern mich sehr.

Wie bist du überhaupt zum Biken gekommen? Hattest du ein Idol?
Es hat wohl angefangen, weil mein Dad mich immer zum biken mitgeschleift hat, ob ich wollte oder nicht. Irgendwann hat es dann auch mir Spaß gemacht und zu der Zeit bin ich dann auch schon die ersten Rennen gefahren. Am Anfang wär ich eher freiwillig 1.000 Höhenmeter hoch gefahren, anstatt eine Treppe runterzufahren, das hat sich aber zum Glück recht schnell geändert. Ein Idol hatte ich eigentlich nie so richtig, dafür habe ich zu schnell von einer Disziplin zur nächsten gewechselt.

 

Franzi Meyer im Interview
Franzi bei der Arbeit in der Klinik

Du bist ausgebildete Ärztin. Welche Fachrichtung und warum? Arbeitest du momentan in dem Job?
Ich bin im letzten Jahr vom Studium, dem Praktischen Jahr, in dem man nur im Krankenhaus arbeitet. Im Moment bin ich in der Unfallchirurgie/ Orthopädie, das Praktische dort macht mir einfach Spaß und man sieht den Erfolg ziemlich unmittelbar. Und es hat viel mit dem Verständnis von Bewegung zu tun, das liegt mir durch den Sport einfach recht gut. Vielleicht wird’s aber auch was anderes, entscheiden muss ich mich erst Ende des Jahres.