In dieser Quali haben eine Menge Überraschungsgäste den alten Hasen die Show gestohlen. Wenn das ein Vorgeschmack auf morgen ist, dann wird es richtig spannend!

Text: Jana Zoricic
Bilder: Sebastian Sternemann & Jana Zoricic

Heute fallen wir direkt mit der Tür ins Haus – Ed Masters holt sich den zweiten Platz in der Quali! Dabei dachten wir, die großen Überraschungen hätten sich für den Tag erledigt, als Gwin dicht gefolgt von Troy Brosnan mit nur 3 Zehnteln mehr auf der Uhr ins Ziel kam und Gee Atheron beide mit knapp 3 Sekunden in die Schranken wies. Danny Hart hatte einen Patzer, reihte sich aber trotzdem zunächst auf Platz 4 ein – bis sich etliche Überraschungskandidaten des Tages dazwischen schoben, sodass Hart am Ende nur auf Platz 21 landete. Wo soll man da bloß anfangen?
Den Anfang machte Greg Williamson, der vom Heimpublikum richtig hart gefeiert wurde. Scheinbar hat es den gewünschten Effekt gebracht, denn er kam als nächste Nummer 4 durchs Ziel und konnte es selbst nicht so richtig glauben. Sein Teamkollege Matt Walker schied leider schon vor Beginn der Quali aus, denn er kugelte sich die Schulter aus und musste ärztlich behandelt werden.

Darauf folgen viele überraschende Namen in den Top 20 – angeführt von George Gannicott von One Vision Global Racing, der mit seiner Startnummer 99 schon gar nicht mehr im Auge des Interesses lag, bis der Kommentator komplett ausrastete mit den Worten, dass die 99 sich gerade als 10. fürs Finale qualifiziert hatte. Und das auch noch auf deutscher Ingenieurskunst: Nicolai! Bis jetzt hatte nur sein Kollege Jack Reading mitsamt seines Bikes Schlagzeilen gemacht, jetzt zieht sein Zögling nach. Marcello Gutierrez Teamkollege Alex Marin vom Giant Factory Off-Road Team zeigte sich heute ebenfalls von seiner schnellsten Seite und katapultierte sich auf Platz 11. Gutierrez selbst schob sich auf Platz 9 – Teamwork!
Nächste Rakete: Adam Brayton. Platz 5 für den König des Knalls und Hope-Ambassador seit der ersten Stunde – die Briten drehen richtig frei auf heimischem Boden! Dabei sind das doch so gar nicht britische Wetterverhältnisse, die wir dieses Wochenende haben.
Doch zurück zu Ed Masters: Keiner konnte so richtig fassen was da auf dem Bildschirm stand als die Uhr stehen blieb, am wenigsten er selbst. Sehr gefasst nahm er seine Zeit von 4:45.160 zur Kenntnis. Immernoch über 2 Sekunden langsamer als Gee Atherton, der mit 4:42.826 eine richtige Bombe in den Boden stampfte.
Briten, Briten überall, aber was ist mit uns Deutschen? Die erste Punktlandung machte Till Ulmschneider, der trotz Sturz den 23. Platz belegte und somit morgen dabei ist. Finn Iles konnte wie erwartet abliefern und entschied die Junioren Quali für sich, dicht gefolgt von Charlie Hatton, der sich ebenfalls in die Überraschungsliste einreihen kann. Bei den Elite Men haben sich Johannes Fischbach (37.) und Jasper Jauch (52.) qualifizieren können. Bei den Elite Women konnte Manon Carpenter die Quali für sich entscheiden, da Rachel Atherton zu Boden ging. 5 Sekunden Vorsprung für Manon, Platz zwei für Rachel. Tahnee Seagrave rollte nur durchs Gate um ihren Ellenbogen zu schonen, Tracey Hannah war mit nur einer knappen Sekunde weniger hinter Rachel.

Doch wir dürfen nicht vergessen – das war nur die Quali. Werden die Wunderkinder auch morgen abliefern können? Wie stark wird der Druck jetzt wohl auf den Schultern von Eddie Masters lasten? Wird Brayton auch morgen das Podium abschließen, oder Greg Williamson stattdessen? Wird Ninetynine Gannicot wieder in den Top 10 landen? Oder greift Danny Hart nochmal richtig an? Fragen, fragen, keiner kanns dir sagen. Bis morgen!

Aber erstmal den heutigen Tag genießen und ausklingen lassen mit einer fetten Portion Fotos von uns. Fotograf Sebastian Sternemann hat sich heute wieder richtig ausgetobt und liefert euch die feinste Auswahl des Tages. Verkürzt die Zeit bis morgen endlich Race Day ist!

Top 5 Elite Men

  1. Gee Atherton – 4:42.826
  2. Ed Masters – 4:45.160
  3. Aaron Gwin – 4:45.753
  4. Troy Brosnan – 4:45.788
  5. Adam Brayton – 4:45.982

Top 5 Elite Women

  1. Manon Carpenter – 5:25.410
  2. Rachel Atherton – 5:30.271
  3. Tracey Hannah – 5:30.833
  4. Morgane Charre – 5:42.673
  5. Emilie Siegenthaler – 5:45.543

 

Top 5 Elite Junior Men

  1. Finn Iles – 4:56.690
  2. Charlie Hatton – 4:57.685
  3. Matt Walker – 4:59.192
  4. Elliot Heap – 4:59.668
  5. Sylvain Cougoureux – 5:01.876
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Morgen Kinder wirds was geben – Renntag! Wenn die Überraschungskiste weiter so eskaliert wie heute, kugeln wir vor Gejubel noch die Wiesenhügel des Ben Nevis runter bei unserer Mission, euch die fetteste Action zu liefern. Egal, was sein muss, muss sein! Die Spannung ist kaum auszuhalten. Cheers!