Du wolltest schon immer wissen, was die einzelnen Rädchen an deiner Federgabel oder deinem Dämpfer bewirken und wozu sie gut sind? Hier erfährst du mehr über das MTB Fahrwerk Grundwissen.

High Speed Compression, SAG, Low Speed Rebound? Alles Begriffe, die den Meisten nicht wirklich etwas sagen, sondern eher den Großteil in Verwirrung bringen. Für professionelle Rennfahrer sind diese Parameter äußerst wichtig und können teilweise sogar über Sieg oder Niederlage entscheiden. Doch sind diese Einstellungsmöglichkeiten wirklich nur etwas für Profis, denen erfahrene Mechaniker oder Fahrwerksspezialisten zur Verfügung stehen? Ganz und gar nicht!

Nur wer die Einstellmöglichkeiten seines Bikes kennt und genau weiß wozu sie gut sind, kann einiges aus seinem Bike herausholen ©ION/ Bartek Wolinski

Selbst ein blutiger Anfänger würde den Unterschied eines gut eingestellten Fahrwerks gegenüber einer vollkommen unsinnigen Einstellung bemerken und sich auf Ersterem deutlich sicherer Fühlen. Mittlerweile ist das ganze Thema rund um das Fahrwerkssetup allerdings tatsächlich etwas komplizierter geworden. Selbst an Einstiegsmodellen findet man mittlerweile bis zu drei Einstellmöglichkeiten und an hochwertigeren Modellen sogar mindestens fünf. Hier erfährst du mehr über die die einzelnen Begriffe:

MTB Fahrwerk Grundwissen

Luft- und Stahlfeder Fahrwerke

Wir beginnen mit den einfachsten Punkten rund um die Fahrwerksthematik: Den unterschiedlichen Einstellmöglichkeiten von Luft- und Stahlfeder Fahrwerken. Die Unterschiede der beiden Typen werden jedem klar sein, jedoch lassen sich diese beiden Fahrwerke unterschiedlich abstimmen. Während bei Stahlfedergabeln lediglich die Federvorpannung einstellbar ist, kann eine Luftfedergabel auch hinsichtlich ihrer Progression (also wie stark der Widerstand der Gabel gegen Ende des Federwegs zunimmt) angepasst werden. Dies erfolgt durch das Verbauen von sogenannten Token oder Volumespacern, die das Luftvolumen im Inneren der Luftkammer verkleinern.

Ein häufiger Fehler bei der Federvorspannung:
Die Feder sollte niemals mehr als zwei Umdrehungen vorgespannt sein! Ist das der Fall, benötigst du eine höhere Federrate!

Bevor irgendeine Einstellung am Dämpfer vorgenommen wird, muss als erstes die richtige Federrate gewählt werden. Erst dann kannst du dich den weiteren Einstellungen widmen

Bei einer Stahlfedergabel erfolgt das Anpassen der Federrate (die Kraft, die benötigt wird um die Feder zu komprimieren) ausschließlich über den Austausch der Feder. Hingegen bei einer Luftfedergabel kann die Federrate mithilfe einer Hochdruckpumpe schnell und einfach angepasst werden. Bei Dämpfern funktioniert das nach dem selben Prinzip.
Ursprünglich war man der Meinung eine Luftfeder würde aufgrund ihrer Bauweise nicht an die Performance einer Stahlfederung herankommen. Doch mittlerweile ist die Technologie derartig ausgereift, dass sich die beiden Systeme kaum etwas nehmen. Einige bevorzugen jedoch die Luftfeder anlässlich ihrer vielseitigeren Einstellungen und einfachen Anpassbarkeit.